Vereinsgeschichte



93 Jahre Weltgeschichte sind eine kurze Zeitspanne, 93 Jahre Vereinsgeschichte jedoch eine lange Zeit und ein Grund Stolz zu sein. Man kann sich darüber streiten ob inzwischen die 3., 4. oder 5. Generation in Oberlinxweiler die Fußballstiefel schnürt. Blicken wir einmal zurück zu den Anfängen unseres Vereins und lassen 87 Jahre Revue passieren.

Heute ist es für jeden unserer Jugendlichen, der gern Fußball spielt, eine ganz geordnete und geregelte Sache. Er schließt sich dem Verein an, die nötigen Formalitäten werden erledigt und schon ist er in die große Familie der Fußballer eingereiht.
Vor dem Jahr 1919 war das jedoch anders. Auch damals gab es in Oberlinxweiler schon Jugendliche, die Interesse am Fußballspielen hatten, jedoch waren sie organisatorisch noch nicht zusammengefasst. Um dieser Sache abzuhelfen, fanden sich im Jahr 1919 einige tatkräftige Männer, die ihren ganzen Idealismus in den Dienst der Sporttreibenden Jugend stellten und das Bestreben hatten, die "Straßenclubs" zu einer Einheit zusammenzuschließen; sie wollten ein Verein gründen.

Anfang Mai war es dann auch soweit; Die Gründungsversammlung im Saale Bleymehl konnte stattfinden.
Als Gründungsmitglieder sind heute noch folgende Namen bekannt:
Peter Backes, Karl Beck, Johann Berwanger, Rudolf Brill, Georg Fuchs, Willi Klein, Gustav Kunz, Josef  L'Hoste, Johann Ost, Friedrich Schneider, August Schwingel und Albert Theil.

Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender:     Albert Theil
2. Vorsitzender      Johann Berwanger
Schriftführer:          Gustav Kunz
Kassierer:             Fuchs Georg

Der Anfang war sehr schwer. Man spielte auf notdürftig hergerichteten Wiesen. Die in zunehmender Zahl organisierten Wettkämpfe, insbesondere in der Leichtathletik und im Fußballsport, verlangten Mindestanforderungen die nur durch den Bau eines Sportplatzes erfüllt werden konnten.
Die Gemeinde stellte zunächst ehemaliges Kirchenland, damals Ödland (Schindkauf), "Am Lehm" zur Verfügung. Mit vereinseigenen Kräften entstand dort der erste Sportplatz in Oberlinxweiler. Auch die Schulen konnten diesen Platz nutzen, zwischen Bürgermeister und dem damaligen Vereinsvorstand vereinbart wurde. Übrigens wurde in dem Benutzungsvertrag von 1922 ein symbolischer Pachtpreis von 1,-- Reichsmark festgelegt.
Die gute Vereinsarbeit, der Fleiß und die Kameradschaft trugen schon bald ihre Früchte. Im Jahr 1925 gewann unsere Mannschaft in einem Entscheidungsspiel gegen Baltersweiler mit 1 : 0 und rückte in die B-Klasse auf.
Dort nahm man stets einen guten Tabellenplatz ein. Nur 5 Jahre später schaffte man sogar den Aufstieg in die A-Klasse. Bis zum Jahr 1939 konnte diese Klasse gehalten werden.
Mit der Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich drängten 1935 auch Sportgruppen der NSdAP auf den Platz. Diese stellten dann auch den Antrag auf die Erweiterung, da der Platz in seinen Ausmaßen den Anforderungen für die Durchführung des "Göbbels-Sportfestes" nicht entsprach. Nach dem NS-Sportfest werden Schäden am Platz zurückgelassen. Der damalige Vorsitzende hat deshalb die Gemeinde um einen Zuschuss zu den Kosten für die Wiederherrichtung gebeten. Bürgermeister Bill stimmte gleichzeitig auch der Erweiterung von 44,3o x 94,4o auf nunmehr 60 x 120 m zu.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde unser Sportplatz zu militärischen Zwecken verwandt, so dass der Verein seinen Spielbetrieb zwangsweise einstellen musste.

Mit den Bauarbeiten am Westwall erstellte die Organisation "Todt" hier ein Lager. Nach dem 2. Weltkrieg und der großen Wohnungsnot wurden die erstellten Gebäude für Wohnzwecke genutzt. Die Jugend musste wieder auf Wiesen ihrem geliebten Sport nachgehen.
Der Verein nahm nach dem Krieg seine Tätigkeit wieder auf. Da die Gemeinde kein Gelände mehr in Ortsnähe besaß, versuchte man 1949 in Verhandlungen mit der Forstverwaltung ein Grundstück am "Steinberg", oberhalb "Hohlinger" zu erwerben. Diese Verhandlungen führten nicht zum Ziel. So kam es in der Folge zum Ankauf der Wiesen "Auf dem Graben".
Dieser Platz genügte zwar fürs erste, entsprach aber auf Dauer nicht den wachsenden Anforderungen. Der damalige Vorstand bemühte sich daher schon sehr früh um den Bau eines neuen Sportplatzes. Dank der großzügigen Unterstützung durch die Gemeinde und die Sportplanungskommission konnten wir im Jahr 1956 mit dem Bau unseres neuen Sportplatzes beginnen und ihn im August 1957 offiziell einweihen.
Auf Beschluß des Vorstandes wurde unser Verein am 11.2.1956 unter der Nr. 62 beim Amtsgericht St. Wendel ins Vereinsregister eingetragen.

Fehlende Umkleide- und Duschmöglichkeiten zwangen die Vereinsführung in den Jahren 1959/60 zum Handeln. Durch enorme Eigenleistung und einem erheblichen Aufwand an Eigenkapital entstand das erste, damals noch eingeschossige Clubhaus, am Sportplatz. Dieses kleine Haus war schon in der damaligen Zeit eine einmalige Anlage in unserem Kreisgebiet.
Im September 1970 wurde dieses Clubhaus bis auf die Grundmauern abgerissen, um einem erweiterten und zweigeschossigen Gebäude Platz zu machen. In der erstaunlich kurzen Zeit von nur 2 Monaten war der Rohbau in Eigenleistung fertig gestellt und nur 7 Monate später das Gebäude bezugsfertig.
Auf besonders intensives Betreiben des damaligen 1. u. 2. Vorsitzenden (Karl Heinz Schweig und Hans Schmelzer), die zugleich dem Gemeinderat angehörten, wurde im Frühjahr 1972 die so dringend benötigte Turn- und Festhalle erstellt. Mit dem Bau der Turnhalle war auch ein erfreulicher Aufschwung sowohl im sportlichen als auch im gesellschaftlichen Bereich unseres Vereins zu verzeichnen. Einerseits hatte unsere sehr starke Fußballabteilung mit rd. 3o Aktiven, 8o Jugendlichen, 2o AH-Spielern, sowie die sehr rege Frauengymnastik-Abteilung eine eigene Halle; zum anderen waren sich der Sport- und Schützenverein sehr bald einig, die früher im Saale "Flaccus" durchgeführten und so beliebten Karnevalsveranstaltungen wider aufleben zu lassen.
Viele werden sich an diese Zeit noch erinnern.

1993 wurde unser Sportplatz durch das sog. "Jahrhunderthochwasser" zerstört. Sowohl die Spieldecke als auch der Unterbau waren so geschädigt, daß der Platz völlig neu hergerichtet werden musste (Fa. Winfried Müller). Die Kosten hierfür beliefen sich auf rd. 100000 DM. Erst zum 75-jährigen Jubiläum war der Platz wieder bespielbar. Alle Punkt- und Freundschaftsspiele während dieser Zeit (I. Halbjahr 1994) mussten in Remmesweiler ausgetragen werden.
Bereits ein Jahr später verwüstete ein Hochwasser wiederum den Platz.
Im Januar 1994 verwüstete wiederum ein Hochwasser den Sportplatz

Weitere Stationen im Leben unseres Vereines
Im Jahr 1972 übernimmt das Ehepaar Ellen und Theo Lorang als Pächter das Vereinsheim. Fast 2o Jahre wurden die Gäste dann in Clubhaus von diesen beiden liebevoll bewirtet.
1987 gibt Willi Römer nach über 34-jähriger erfolgreicher Tätigkeit als Jugendleiter dieses Amt an seinen jüngeren Bruder Erwin Römer ab. Für die geleistete Arbeit wurde Willi Römer im Jahre 1989 zum Ehrenmitglied ernannt.

Tischtennis
Viele werden es vielleicht gar nicht mehr wissen, aber der heutige Tischtennisverein war in seinen Anfängen eine Sparte des Sportvereines. 1956 schloss sich der Tischtennisverein offiziell als Sparte an den Sportverein an. In der Generalversammlung am 18.7.1976 wurde auf Antrag der Sparte Tischtennis die Auflösung innerhalb des Vereins beschlossen. Die große Mehrheit der Mitglieder konnte sich den Wünschen der Tischtennisabteilung, die sich von der Selbstständigkeit mehr Engagement und Aufschwung im eigenen Verein versprachen, nicht verschließen.

Tennis
Als eine wertvolle Bereicherung des sportlichen Lebens in Oberlinxweiler muss die Gründung der Tennisabteilung im Jahre 1977 angesehen werden. Durch den Bau der Tennisplätze in den Jahren 1977/78 wurde ein breites Angebot zur sportlichen Betätigung innerhalb des Vereins geschaffen. Dies gilt vor allem für Frauen, Jugendliche und Männer aller Alterstufen, die am Fußball nicht interessiert waren. Im Jahre 1992 trennt sich die Sparte Tennis vom Sportverein und ist nun als eigenständiger Verein tätig.

Die Vorsitzenden des SVO soweit sie aus den Geschäftsbüchern bekannt sind:


1951-1955    Georg Fuchs
1956-1957    Rudolf Römer
1957 -1959   Lothar Würtz
196o-1971    Karl Heinz Schweig
1972-1978    Hans Schmelzer
1978-1980    Manfred Ritter
198o-1983    Wendelin Schulz
1983-1985    Römer Erwin
1985-1987    Linn Reiner
1987-1992    Peter Niering
1992-1994    Uwe Baumgartner
1994-2002    Jörg Birkenbach
2002 -2004   Uwe Baumgartner
2004 -          Peter Lorang

Die aktiven Mannschaften von 1945 - bis heute

Bedingt durch die neue Klasseneinteilung musste unsere Mannschaft nach dem Krieg wieder in der untersten Spielklasse anfangen. Etwas unglücklich verliefen die Meisterschaftsrunden von 1945 - 1958. In diesen 13 Jahren konnten wir nach Abschluss der Saison 8 x (in Worten acht) den 2. Tabellenplatz belegen. Umso erfreulicher war es, als unsere 1. u. 2. Mannschaft im Jahr 1959 zum 4o-jährigen Jubiläum die Meisterschaft erringen konnte. Nachdem unsere 1. Mannschaft bereits 1958 das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die B-Klasse gegen Niederkirchen in der Verlängerung unglücklich mit 0 : l verloren hatte, konnte sie im Jubiläumsjahr 1959 - wiederum in einem Entscheidungsspiel in Hofeld gegen Gehweiler mit 2 : 1 den Meistertitel gewinnen.
Ihre Spielstärke in der B-Klasse bewies die Mannschaft im ersten Jahr mit einem 2. und im zweiten Jahr mit einem 3. Tabellenplatz. Auch danach war die Mannschaft vorwiegend in der oberen Tabellenhälfte zu finden.
Gerade in den letzten Meisterschaftsrunden der Jahr 1966-68 hat nur das kleine Quäntchen Glück gefehlt, dass nun einmal beim Fußballspiel dazugehört um den Aufstieg in die A-Klasse zu schaffen.
Nach insgesamt  13-jähriger Zugehörigkeit zur B-Klasse war es im Spieljahr 1972-73 endlich gelungen Meister zu werden und damit in die A-Klasse Nordsaar aufzusteigen. Mit wechselnden Erfolgen kämpfte die Mannschaft in den Jahr 1973-76 in dieser höheren Spielklasse. Aber schon im Spieljahr 1976/77 überraschte die Mannschaft mit dem 2. Tabellenplatz hinter Meister Merchweiler. Diese Platzierung versprach auch für die neue Saison sehr viel. Doch war man in der Saison 76/77 noch hocherfreut über den unerwarteten 2. Platz, so konnte der 2. Platz in der Saison 1977/78 die Fußballfans nicht befriedigen. Die 1. Mannschaft hatte 7 Monate land mit zeitweise 5 Punkten Vorsprung die Tabelle angeführt. Im drittletzten, entscheidenden Spiel gegen Wemmetsweiler musste die  Führung  jedoch an diese abgegeben werden.
Wegen der Neuordnung der Klasseneinteilung berechtigte der 2. Platz jedoch zum Aufstieg in die Landesliga Nord/Ost, der höchsten Spielklasse, der eine aktive Herrenmannschaft unseres Vereins bisher angehörte.
Bedingt durch Spielerwechsel und das Ausscheiden älterer Spieler ging die Mannschaft von Anfang an geschwächt in diese starke Spielklasse. Man wurde letzter in dieser Runde und musste im Jubiläumsjahr 1979 den Abstieg in die Bezirksliga Nord hinnehmen.
Von nun an ging’s bergab. Dieser landläufige Spruch traf auch die Fußballer und den Verein in den folgenden zwei Spielzeiten.
1980 stieg man in die A-Klasse und im folgenden Jahr 1981 in die B-Klasse ab.
In den darauf folgenden Jahren versuchte man den Wiederaufstieg zu schaffen. Man war zwar immer in der Spitzenklasse vertreten, jedoch gelang es erst 4 Jahre später (Saisonö1985) unter dem damaligen Trainer Riefer die Meisterschaft zu erringen.
Die damalige Meistermannschaft:
Fuchs Winfried, Römer Manfred, Mittermüller Joachim, Wolfgang Adami, Eric Blanc, Jörg Birkenbach, Klaus Lerch, Peter Niering, Wolfgang Bubel, Riefer K.W., Sicks Andreas, Backs Markus Achim Schuhmacher

Seit dieser Zeit spielt unsere aktive Mannschaft in der A-Klasse. Alle Versuche auch dort die Meisterschaft zu erringen schlugen fehl. Nahe dran war das Team in der Zeit von 1990 - 92, wo man zwei mal Vizemeister wurde, aber am Ende der Saison mit leeren Händen dastand. Verletzungspech und berufliche Verpflichtungen von Spielern waren u.a. ausschlaggebend für das Nichterreichen des angestrebten Aufstiegs.

Im Mai 2001 stieg die 1. Mannschaft in die Kreisliga B ab. Zum 1. x hatte Oberlinxweiler in der Saison 2000/2001 keine eigene II. Mannschaft mehr (Die verbliebenen  Spieler der II. spielten in Spielgemeinschaft mit Winterbach).
 
Nach 2 Spieljahren in der Kreisliga B schaffte die 1. Mannschaft 2003 (ungeschlagen den Aufstieg in die Kreisliga A). Auch die II. Mannschaft wurde in dieser Saison Meister
Die Meistermannschaft:
Born Mark, Frey Jochen, Johannes Colle, Michael Hellriegel, Marco u. Frank Ost, Peter Jakobs, Kurt Gerhard,  Thomas Köhler, Sven Stillenmunkes, Leonardo Recktenwald, Sascha Schulte, Thorsten Bäuml, Christian Born
Betreuer: Peter Lorang, Trainer: Frank u. Marko Ost

Leider war der Verbleib in der Kreisliga A nur relativ kurz. In der Saison 2005 / 2006 musste man leider nach einigen Spielerabgängen und dem  Beenden der aktiven Laufbahn einiger Leistungsträger, wieder den Weg in die Kreisliga B gehen.

Die II. Mannschaft - Stiefkind des Vereins oder wichtige Einrichtung -
Oft belächelt, kein Zuschauerinteresse und ohne Ambitionen auf den Aufstieg schnüren Sonntag für Sonntag die sog. II. Mannschaften der Sportvereine ihre Fußballschuhe.
Das Beibehalten der II. Mannschaften ist für die Vereine jedoch sehr wichtig; bietet sie doch vielen Fußballbegeisterten im Ort die Möglichkeit ihrem Hobby nachkommen zu können. Auch als Unterbau für die 1. Mannschaft kommt ihr eine große Bedeutung zu.
In den letzten Jahren hat des die "Zweite" bereits 5mal geschafft Meisterschaften zu erringen:
Saison 1982/83, 88/89, 91/92, 92/93 sowie 2004
Die gute Kameradschaft und die Liebe zum Sport haben diese Erfolge möglich gemacht.


Die Trainer der letzten 20 Jahre:
72/75        Fries Armin
75/76        Hermann Luxenburger
76/78        Fries Armin
78/80        Rudolf Mähler
80/82        Dieter Schwan
82/83        Hanno Schmelzer
83/87        Walter Riefer
87/91        Leo Hinsberger
91/93        Günter Müller
93-11/94    Gert Scheffler
12/94 -      Kurt Gerhardt
1.7. 99-Okt.2000    Hellriegel Michael (Interimtrainer Rainer Müller)
2001 / 2002    Trapp Frank
2002 / 2004    Ost Frank u. Marko
2004 / 2005    Kurt Gerhardt
2005 /2006     Andreas Herz

   

  

Ebenfalls als Trainer im Aktivenbereich waren folgende Personen tätig. Leider konnten die genauen Zeitspannen nicht festgestellt werden:
G. Adolph, Norbert Gras, Karl Meng, Rudi Schmelzer, Armin Gras, Rolf Gemmel